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Malteser Nürtingen

Frauen aus Nahost im Barockschloss

Das prunkvoll ausgestattete Appartement zieht Blicke der Bewunderung auf sich. Zu bestaunen ist vor allem das Himmelbett mit rotem Baldachin. Auf dem mit Seide bezogenen gepolsterten Gestühl darf man sich selbstverständlich nicht niederlassen, die mit wertvollen Stoffen bezogenen Wände nicht anfassen.

02.03.2018
Besuch auf Einladung der Initiative Gemeinsam für Flüchtlinge in RSKN im Ludwigsburger Schloss: Aus Syrien geflüchtete Frauen zeigen sich von barocker Kunst beeindruckt.

Schwere Vorhänge halten auf Abstand, als ob schon die leiseste  Berührung gut gehütete Geheimnisse lüften könnte. Doch die Geschichte hier handelt nicht von den morgenländischen Erzählungen aus Tausendundeine Nacht, sondern von Königin Charlotte Mathilde von Württemberg (1766 – 1828) und ihrem Schlafgemach.

Besichtigt wurden die Räumlichkeiten im Ludwigsburger Residenzschloss kürzlich von einer insgesamt 14-köpfigen irakisch-syrisch-deutschen Frauengruppe. Auf Einladung der Initiative Gemeinsam für Flüchtlinge in RSKN hatte sich die Gruppe  aufgemacht zu einer Besichtigungstour nach Ludwigsburg. Während dessen hüteten die in Esslingen zurückgelassenen Männer die kleinen Kinder. Für die Frauen aus den Bürgerkriegsländern wiederum war die Exkursion in die Barockstadt eine willkommene Abwechslung. Alle Erläuterungen über Architektur und Stadthistorie wurden zudem in arabischer Sprache vorgetragen, was eine ganz neue Erfahrung für die deutschen Begleiterinnen gewesen ist - sie haben so gut wie nichts verstanden.

Neben dem Schloss standen spaziergehenderweise auch noch weitere Ludwigsburger Sehenswürdigkeiten aus Vergangenheit und Gegenwart auf dem Programm. So unterschiedlich, so vielfältig ist Deutschland, das seit jeher eine von zahlreichen Epochen geprägte wechselvolle Geschichte durchlebt. Die Besucherinnen zeigten reges Interesse an der Historie und wollten mehr darüber wissen. Sie konnten so beispielsweise in Erfahrung bringen, dass zu Zeiten des Barock die hygienischen Verhältnisse im Unterschied zur damaligen kostümierten Bekleidung ganz und gar nicht attraktiv gewesen sind.

Die „Tour zur Kultur“ wurde von Frauen der Flüchtlingsinitiative aus RSKN organisiert und vom Malteser Hilfsdienst e. V. gefördert.

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